Leitbild Mehrgenerationendorf

In kleinen Dörfern wie Hirschlanden hat der demografische Wandel, die Land-Stadt-Flucht der jungen Menschen und die Industrialisierung der Landwirtschaft besonders gravierende Auswirkungen: Die Wohnbevölkerung wird immer älter, die Einwohnerzahl nimmt ab und die Natur leidet. Um eine Zukunft zu haben, muss man sich diesen Herausforderungen stellen: Bessere Wohnbedingungen für alle Generationen schaffen, die Infrastruktur verbessern, die Natur schützen und den sich verändernden Bedürfnissen aller Einwohner besser Rechnung tragen. Ortschaftsrat und Kirchengemeinde erkannten das Problem. Es wurden mehrere Bürgerversammlungen (mit teilweise über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern) veranstaltet und Fragebogenaktionen zur Ermittlung der Wünsche und Bedürfnisse der Einwohner durchgeführt. In Zusammenarbeit von Einzelpersonen, Vereinen, Gruppen, Kirche und dem Ortschaftsrat entstand unter Federführung von Ortsvorsteher Martin Herrmann und Dekan Rüdiger Krauth das Konzept „Mehrgenerationendorf Hirschlanden – gemeinsam statt einsam“.

    Das Leitbild: Dorfbewohner jeden Alters sollen in Hirschlanden eine lebens- und liebenswerte Heimat haben und möglichst umfassende Versorgungseinrichtungen vorfinden. Durch ein verbessertes Miteinander der Generationen, umfassende Versorgungseinrichtungen, ökologisch verantwortliches Handeln und durch eine intensive Vernetzung der im Dorf und außerhalb des Dorfes vorhandenen Ressourcen, wird Hirschlanden zukunftsfähig. Vor allem älteren und behinderten Menschen wird die Teilhabemöglichkeit am gesellschaftlichen und kirchlichen Leben im Sinne der Inklusion gefördert und damit die Lebensqualität entscheidend verbessert.

    Hirschlanden verfolgt mit dem Leitbild Mehrgenerationendorf das
    Ziel, dass alle Einwohner, egal ob Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren, Behinderte, egal ob Familien oder Single gerne in Hirschlanden leben und generationenübergreifend an der Dorfgemeinschaft teilnehmen.

Alle Einrichtungen, ob Ortschaftsverwaltung, Ortschaftsrat, evangelische Kirchengemeinde, Vereine oder andere Gruppierungen tragen und gestalten das Leitbild mit, so dass das Ziel  gemeinsam erreicht werden kann.Füreinander da zu sein, Miteinander fördern, Minderheiten oder Schwächere akzeptieren und unterstützen, soziale und ökologische Verantwortung übernehmen, Bedingungen schaffen  die jedem Lebensalter gerecht werden, den dörflichen Charakter erhalten und pflegen, Natur und deren Schutzgüter schützen und begreifen sind nur einige Aussagen, die hinter dem Leitbild stehen.

Angestrebte Entwicklungsziele:
Soziale und gesellschaftliche Vernetzung sämtlicher Dorfbewohner, Vereine und Organisationen. Absolute Barrierefreiheit. Inklusion. Umweltförderung durch Biotopvernetzung, Pflanzaktionen, Bau von Nistkästen und Insektenhotels. Attraktives Wohnumfeld durch gute Infrastruktur. Förderung der Ansiedlung von Kleinunternehmen. Ausbau der erneuerbaren Energien. Schaffung von Wohnraum durch Umbau und Abbruch alter Gebäude innerhalb des Dorfes. Den demografischen Wandel und die Urbanisierung als Chance für das Dorf nutzen. Vision  einer generationsübergreifenden, vernetzten Gemeinde, in der durch  Engagement, Phantasie und Kreativität die Lebensqualität für junge Menschen und Familien, für Singles und für die älteren Menschen so hoch ist, dass sie alle gerne im Dorf bleiben und möglichst bis zum Sterben selbstbestimmt Zuhause leben können.